Rheinfranken Leak

Im folgenden gewähren wir einen bisher nicht dagewesenen Einblick in die ideologische und personelle Struktur der extrem rechten Burschenschaft Rheinfranken aus Marburg.

Die Burschenschaft Rheinfranken Marburg fällt seit vielen Jahren durch ihre extrem rechte Politik und Mitglieder auf. Ob Vorträge mit Horst Mahler, Erika Steinbach, Alexander Gauland oder einer südafrikanischen Apartheitsaktivistin. Die Rheinfranken lassen keine Spielart rechter Politik aus. Ansonsten rekrutieren sie in letzten Jahren vermehrt gezielt Nazi-Kader aus der gesamten Bundesrepublik – unter anderem Bastian Löhr vom Nationalen Widerstand Unna, Lukas Reuter aus der gewaltbereiten Naziszene des im Gießener Umland gelegenen Lumdatals und zuletzt Till Weckmüller vom Dritten Weg in Mainz. Zusammen mit ihren Nachbarn von der ebenfalls extrem rechten Burschenschaft Germania Marburg (http://nazivilla.blogsport.de/nazivilla/) halten sie Sonnenwendfeiern ab, verteilen Flyer zur Bombardierung Dresdens als vermeintlichen „Bomben-Holocaust“, machen Fackelmärsche zum Gedenken an die gefallenen Soldaten der Wehrmacht oder fungieren als Treffpunkte der überregionalen Naziszene. Nach verstärkter antifaschistischer Aufklärungsarbeit und militanter Gegenwehr sind die Rheinfranken und die Germania zunehmend ihrer Selbstinszenierung als demokratische Konservative beraubt und gelten allgemein zumindest als der extrem rechten Szene wohlgesonnen. Dass die Burschenschaft Rheinfranken jedoch selbst als extrem rechte Organisation gelten muss, zeigen die folgenden Daten, Bilder und Texte.

Die Fuxenkladde – Ideologischer Grundstein der Burschenschaft Rheinfranken

Besonders interessant ist die Schrift „der Rheinfranke – Buch der Marburger Burschenschaft Rheinfranken zur Erziehung der jungen Bundesbrüder“ – burschenintern Fuxenkladde genannt. Ein solches Dokument ist bislang der Öffentlichkeit noch nie zugänglich gemacht worden.

Es enthält den „Prüfungsstoff“ zur Burschenprüfung, die alle Neumitglieder der Burschenschaft ablegen müssen, um richtige Burschen zu werden. Die Fuxenkladde bildet also die Verhaltensregeln der Burschen, regelt die Abläufe und Strukturen innerhalb der Burschenschaft und legt den Grundstein des politischen Denkens und Handelns der Rheinfranken.

Verfasst wurde die Fuxenkladde von Ralf Frevel, Jens Bertermann, Matthias Eicher, Karsten Jung, Marc Natusch und Christian Zaum.

Neben allgemeinen Fakten wie die Zusammensetzung der Deutschen Burschenschaft oder die Farben und Wappen der Mitgliedsbünde enthält diese auch die Satzung der Rheinfranken, in der die Aufnahme von Mitgliedern, Struktur der Konvente und Hierarchie der Ämter (Chargen) geregelt ist.

Auch die Satzung des Marburger Waffenrings ist dort niedergeschrieben. Also die Regeln unter denen die Marburger Burschenschaften, Landsmannschaften und Turnerschaften untereinander die Mensuren abhalten. Hier wird wieder einmal deutlich, dass die Marburger Verbindungsszene (insbesondere die der Deutschen Burschenschaft, Coburger Convent und Neuen Deutschen Burschenschaft) enger zusammenhängt, als es die jeweiligen Lippenbekenntnisse oft vermuten lassen.

Was sich ziemt und was nicht

Einen Teil der Schrift macht das Erlernen eines altbackenen, albernen Habitus aus. Wie man Erzbischöfe anredet, wann welche Blumen geschenkt werden oder welcher Anzug zu welchen Anlass passt. Diese gesellschaftlichen Regeln manifestieren vor allem die Hierarchie untereinander, wie an solchen Passagen deutlich wird:

„Der “höher” Stehende wird, nachdem sein Namen genannt wurde, dem “niedriger” Stehenden die Hand reichen (niemals umgekehrt!). Mit leichter Verbeugung wird man sich sodann die Hände schütteln. Damen gibt man ggf. einen Handkuß (s.u.). Beim Handgeben erfolgt nicht (!) noch einmal die Nennung des eigenen Namens oder etwa ein “Sehr erfreut” oder danach ein “Ganz meinerseits”. Man beginnt einfach das Gespräch. “Also Herr Meier, ich bin ja ganz begeistert von Ihrem neuen Roman…..”. Beim Bekanntmachen könnte der Hausherr etwas gesagt haben: “Meine Herren – darf ich sie bekannt machen ? Herr Meier – Herr Busch”.

Nach dem Händegeben oder erst nach ein paar gewechselten Worten kann sich der Hausherr, der sich eventuell noch um andere Gäste kümmern möchte, mit folgenden Worten verabschieden: “Ich darf die Herren bitte, mich für ein paar Minuten zu entschuldigen”

Auch wird deutlich, welchen Stellenwert Frauen in der Welt der Burschen haben. Sie sind Beiwerk für die bevormundende Gehabe der Burschen.

„Hat sich die Gesellschaft ins Eßzimmer begeben, bleiben die Herren zunächst stehen und rücken ihrer Tischpartnerin den Stuhl zurecht: Dabei wird der Stuhl der Dame zunächst nach hinten gezogen, die Dame geht vor den Stuhl und genau in dem Moment, in dem sie sich hinsetzt, wird der Stuhl vom Herrn wieder sanft nach vorne geschoben (quasi in die Kniekehle der sich gerade setzenden Dame). Ihre Handtaschen! halten die Damen beim Hinsetzen in einer Hand und legen sie danach hinter den Stuhl. Sitzen alle (!) Damen setzten sich auch die Herren. Man beginnt nun mit seiner Tischnachbarin ein zwangloses Gespräch. „

„Der Herr spricht grundsätzlich mit der Dame die Auswahl des Weins ab. Die Bestellung erfolgt – genau wie für Speisen – ausschließlich nur durch den Herrn“.

Als wenn dieser Elitarismus und Sexismus für sich nicht schon verabscheuungswürdig genug wären, zeigt die Fuxenkladde viel mehr die faschistische Gesinnung, für die die Rheinfranken stehen.

Die Geschichte der Rheinfranken

Einen größeren Teil der Kladde nimmt die Geschichte der Rheinfranken ein. Hier wird über die Gründung, den Hausbau und die Aufnahme in die deutsche Burschenschaft (DB) berichtet.

Schon hier wird ein besonderes Geschichtsverständnis der Burschenschaft deutlich, die sich noch durch die gesamte Schrift ziehen wird:

Hier finden unter anderem die bekannten Morde von Mechterstädt Erwähnung. Bei diesen hat sich wenige Tage nach der Niederlage des Kapp-Putsches 1920 mit dem Segen der Universität ein Freikorps aus Marburger Verbindungsstudenten gebildet, das ins thüringische Mechterstädt zog, um vermeintliche kommunistische Aufstände niederzuschlagen. Tatsächlich endete diese faschistische Strafexpedition mit der Exekution von 15 Menschen. Die Täter wurden, nicht untypisch für die Klassenjustiz der Weimarer Republik, im folgenden freigesprochen.

Die Rheinfranken sehen das Studentenfreikorps als „Zeitfreiwillige“, die die Weimarer Republik gegen einen „Putsch“ der „Roten Armee“ schützen sollten. Dass der Anführer des sogenannten StudentenKorps Marburg (StuKoMa) Bogislav von Selchow nicht nur Mitglied des Corps Hasso-Nassovia Marburg sondern auch glühender Nationalsozialist war, wird nicht erwähnt.

Das StuKoMa wurde in Thüringen angeblich „freudig von der Bevölkerung begrüßt“. Nach dem das StuKoMa die „Hauptanführer der kommunistischen Banden“ festgenommen hatten, mussten sie nach geschichtsverdreherischer Darstellung der Rheinfranken die Gefangenen vor der „aufgebrachten Bevölkerung schützen“, die diese „lynchen wollte“. Die Gefangenen seien dann im Verlauf der Tage bei einem „Fluchtversuch“ erschossen worden. Eine Darstellung, die durch die Forschung längst widerlegt ist. So wurden die Mehrheit der 15 Ermordeten von vorne durch Kopfschüsse getötet.

Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen, ich bin der Faschismus, er wird sagen, ich bin Burschenschafter.

In die ideologische Geschichtsauffassung der Rheinfranken passt natürlich auch ihre Stilisierung als

mehr oder minder Unbeteiligte während des dritten Reichs. Im Gegensatz zu sonstigen öffentlichen Aussagen, dass die Burschenschaften eigentlich Opfer des Nationalsozialismus waren, machen die Rheinfranken keinen Hehl aus ihrem Verhältnis zum deutschen Faschismus. So schreiben sie von „glücklicher Stimmung“, als die Burschenschaft in die Kameradschaft Ritter von Schönerer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) überführt wurde. In den NSDStB wurden die Burschenschaften zwar zwangsaufgelöst, jedoch gab es bereits vorher eine so große Anzahl Doppelmitgliedschaften, dass die Integration der Burschenschaften in den NSDStB eher Formalität als Gleichschaltung war. Aufgrund der nationalistischen Gesinnung und antisemitischen Tradition der Burschenschaften war dies auch nicht verwunderlich. Der NSDStB war maßgeblich verantwortlich für die Bücherverbrennungen von 1933 und stellt sich damit in eine burschenschaftliche Traditionen, wurden doch nach dem bekannten Wartburgfest, dem wichtigsten Bezugspunkt korporierter Geschichte, Bücher jüdischer und anderer „ungermanischer“ Autor_innen verbrannt.

Wesentlich schlimmer als die 12 Jahre Nazi-Herrschaft finden die Rheinfranken allerdings, dass in der Nachkriegszeit ihr Haus von den Alliierten beschlagnahmt wurde, um „eine Apotheke und ein Arzneimittellager“ einzurichten und ihnen in diesem Zuge angeblich „viele Bücher“ gestohlen wurden.

Zur tatsächlichen Rolle der Korporationen vor und während des Nationalsozialismus empfehlen wir

Dietrich Heither, Michael Gehler und Alexandra Kurth: Blut und Paukboden. Eine Geschichte der Burschenschaften

Dietrich Heither, Adelheid Schulze: Die Morde von Mechterstädt 1920. Zur Geschichte rechtsradikaler Gewalt in Deutschland

Wie selbstverständlich die Rheinfranken auch nach 1945 mit dem Faschismus sympathisierten, zeigt sich unter anderem daran, dass sie stolz schreiben, wie in der unmittelbaren Nachkriegszeit Mitglieder der Rheinfranken an rechtsterroristischen Aktionen der Südtiroler Befreiungsbewegung beteiligt gewesen waren. Zudem geben sie zu, den Südtiroler Rechtsterroristen, Nationalsozialisten und Burschenschafter Norbert Burger auf ihrem Haus eine zeitlang versteckt gehalten zu haben.

Geschichtsrevisionismus wird bei den Rheinfranken groß geschrieben.

In dem von den angehenden Rheinfranken zu erlernenden historischen Abriss über die deutsche Geschichte, wird ebenfalls ein krudes,offen geschichtsrevionistisches Bild vermittelt.

So sei die Reichsprogromnacht (von den Rheinfranken in geschichtsrevisionistischer Manier verharmlosend „Reichskristallnacht“ genannt), nur eine Reaktion auf das Boykott deutscher Waren durch US-amerikanische Jüd_innen gewesen.

In dem Zusammenhang ist es auch wenig verwunderlich, dass der Vernichtungscharakter der deutschen Konzentrationslager nicht erwähnt wird. Vielmehr werden diese als Arbeitslager für politische Gegner_innen verharmlost. Eine Argumentationsstrategie, die sich bei vielen HolocaustleugnerInnen wiederfindet.

Ausgiebig wird sich allerdings mit vermeintlichen „Verbrechen an Deutschen“ im gleichnamigen dezidierten Kapitel beschäftigt. Hier werden alle extrem rechten Geschichtsmythen bedient, die sich finden lassen. Das Ziel dabei immer dasselbe: Die Deutschen als die eigentlichen Opfer des zweiten Weltkrieges zu stilisieren. Genannt werden hier unter anderem die Einkesselung der Wehrmacht bei Stalingrad, die Bombardierung Dresdens oder aber auch vermeintliche polnische KZs, die im Gegensatz zu den deutschen Konzentrationslagern als Vernichtungslager bezeichnet werden.

Antisemitismus als ideologischer Grundpfeiler der Rheinfranken

Wem jetzt noch nicht schlecht genug ist, für den hält die Burschenschaft Rheinfranken noch das Kapitel: „Die Juden – eine kritische Betrachtung“ bereit. Hier wird ein so unverhohlener Antisemitismus propagiert, dass eine Paraphrasierung dessen, dem Gehalt und der Ungeheuerlichkeit dieser Abschnitte nicht gerecht werden kann. Daher an dieser Stelle nur einige Originalzitate (alle Fehler im Original):

„Kein anderes Volk auf dieser Erde ist so geheimnisvoll wie das Judentum. Die ewige Feindschaft, die zwischen den Juden und Nichtjuden in allen Epochen und allen Teilen der Welt bestanden hat und weiterhin besteht, lässt die Frage nach den Ursachen für diese heute allgemein als Antisemitismus bezeichnete skeptische Haltung gegenüber dem Judentum aufkommen. [..]“

„[..]kann man die Behauptung aufstellen, dass die Verinnerlichung und Weiterentwicklung solcher Vorstellungen in der jüdischen Religion alle Judenfeindschaft und Abwehrmaßnahmen der nichtjüdischen Völker geradezu herausgefordert hat. Man könnte also die Auffassung vertreten, daß nicht die Bösartigkeit der Nichtjuden Grund für blutige Konflikte wurde, sondern das Bekenntnis des Juden zu einer solchen Religion.

„Um sich vor der selbst verursachten Feindschaft der stets mächtigeren Gastvölker zu schützen, griffen die Juden gerne zu betrügerischen Tricks. Im Vordergrund schienen sie sich legal zu verhalten, aber im Hintergrund schalteten und walteten sie verborgen von der gutgläubigen nichtjüdischen Bevölkerung, um ihre politischen Interessen durchzusetzen. Das brachte ihnen den Ruf ein, sich gegen die Welt verschworen zu haben. Eine solche Verschwörung gibt und gab es zwar nie in Form einer internationalen jüdischen Schaltzentrale, jedoch bewirkt das aus der Religion und der Geschichte resultierende Selbstverständnis, dass viele Juden, auch in der modernen Gesellschaft zu Handlungen und Gedanken neigen, die einem friedlichem und gleichberechtigtem Zusammenleben der Völker zuwider läuft.“

Durch die Fuxenkladde wird deutlich, dass die Burschenschaft Rheinfranken nicht nur im Einzelfall extrem rechte Mitglieder hat oder Veranstaltungen mit extrem rechten RednerInnen organisieren, sondern ihre Mitglieder sogar formalisiert zu einem geschlossen extrem rechten Weltbild erzieht. Es handelt sich also um eine strukturell faschistische Organisation, die als solche behandelt werden muss.

Link zur Fuxenkladde

Zum Schluss noch ein paar Informationen zu den Verfassern dieses Machwerks.

Die Autoren

Ralf Frevel:

War in seiner aktiven Zeit für das gezielte Anwerben von NPD-Sympathisanten verantwortlich und hat sich insgesamt durch Strukturarbeit für die DB hervorgetan

http://starweb.hessen.de/cache/KB/16/INA/INA-KB-075.pdf

Jens Bertermann:

Ist Rechtsanwalt. Er hat mehrere Bücher zur Jura-Klausurvorbereitung geschrieben.

Matthias Eicher:

Arbeitet beim Wirtschaftsprüfungsunternehmen pwc in Wien. Außerdem ist er im Beirat der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

matthias-eicher

Karsten Jung

Lehrt an der christlichen CVJM-Hochschule in Kassel Religions- und Gemeindepädagogik und war 2013 Bundestagskandidat für die FDP in Waldshut.

Als im Wahlkampf 2013 öffentlich wurde, dass er Mitglied der Rheinfranken ist, versuchte er es mit halbherzigen Distanzierungen gegenüber rechten Burschenschaften in der DB (die Rheinfranken zählte er nicht dazu). Zu dieser Zeit war noch nicht bekannt, dass er Mitverfasser des ideologischen Grundsteins der Rheinfranken war.

Karsten Jung

Christian Zaum:

Ist Deutsch- und Geschichtslehrer am Privatgymnasium Wittgenstein in Bad Laasphe. Er ist erst vor kurzem dadurch aufgefallen, dass er seine Schüler auf eine Feier zu den Rheinfranken eingeladen hat (https://linksunten.indymedia.org/de/node/176082). Seine Schule sah damals keinen Grund, Konsequenzen zu ziehen. Vielleicht ändert sich das mit der Tatsache, dass Geschichtslehrer Zaum an einem dermaßen geschichtsrevisionistischen und antisemitischen Text mitschrieb, wie ihn die Fuxenkladde darstellt.

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Marc Natusch:

War während seiner aktiven Zeit bei den Rheinfranken Sprecher der Burschenschaft und ist zudem Mitglied der Burschenschaft Cheruscia Dresden. Er ist derzeit Geschäftsführer der Firma Geiger Sonnenschutztechnik und Vorsitzender des Burschenschaftsdenkmalvereins der DB.

natusch

Die aktiven Rheinfranken

Im Folgenden werden einige Personen näher vorgestellt, die Aktivitas der Rheinfranken oder Alte Herren sind bzw. diesen nahestehen. Insbesondere aus dem vorliegenden Kassenbuch der Rheinfranken lässt sich schließen, dass alle hier genannten Personen weit mehr als nur sporadisch auf dem Burschenhaus anzutreffen sind – alle prägen das Bild der Rheinfranken als Neonaziverbindung und rechte Kaderschmiede.

Till Weckmüller

Till Weckmüller ist geboren am 15.12.1995 und aufgewachsen im beschaulichen Rheinhessen. Er hat bisher eine beachtliche Neonazi-Karriere aufzuweisen. Nicht nur pflegt er Kontakte zum Hooligan-Spektrum von Waldhof Mannheim und zu LuNaRa (Ludwigshafener Nazis und Rassisten), er war auch maßgeblich an einem Anschlag auf den Verein Arab Nil-Rhein in Mainz beteiligt (http://www.fr-online.de/mainz/arab-nilrhein-verein-jugendlicher-gesteht,11181020,22860640.html). Weckmüller ist Aktivist der Nazi-Partei “Dritter Weg”. Für diese betätigt er sich zum Beispiel gerne im Wahlkampf, so geschehen 2014/15 in der Mainzer Innenstadt.

Aktuell studiert Weckmüller Jura an der Universität Marburg. Es ist nicht verwunderlich, dass sein bisheriger Werdegang ihn auf das Haus der Rheinfranken führte – es ist zusammen mit der Burschenschaft Germania die erste Anlaufstelle für Neonazis in Marburg. Belegt ist dieses Engagement durch den weiter unten veröffentlichen Mietvertrag von Till Weckmüller mit dem Trägerverein des Rheinfrankhauses.

Weckmüller ist unter der Woche in Marburg anzutreffen, die Wochenenden verbringt er meist in Rheinhessen. Erreichbar ist er unter der Nummer 01578/7182018 und der Emailadresse tillweckmüller@yahoo.de.

Till Weckmüller, Arab-Nil, Unterschriften Dritter Weg, Hess-Tattoo-1

Lars Roth

Lars Roth ist zentrale Figur der militanten hessischen Neonazi-Szene und Bindeglied zwischen verschiedenen Spektren der extremen Rechten. Man findet ihn sowohl in Organisationsstrukturen der JN- und NPD Hessen als auch Ordner und Mitveranstalter von Rechtsrockevents. So fungierte er als Ordner beim “Eichsfelder Heimattag” 2013 des Blood & Honour-Aktivisten Thorsten Heise und

war 2015 und 2016 in die Organisation von „Rock für Identität“, deiner der größten Rechtsrockevents in Deutschland, eingebunden. Er nimmt seit Jahren bundesweit an Aufmärschen teil und besucht europaweit Nazimusikevents. Dabei nimmt stets neue Leute mit und führt diese somit in eine rechte Lebenswelt ein. Seine Nazikarriere begann Roth schon in seiner frühen Jugend im Umfeld der „Berserker Kirtorf“ und der „Division Mittelhessen“. Er ist in Hessen und weit darüber hinaus gut vernetzt.

Bei den Rheinfranken hat Lars Roth einen besonderes Status. Obwohl er nicht studiert, wird er dort als Bundesbruder in den Büchern geführt. Er ist sogenannter Konkneipant und hat damit Sitz- und Rederecht auf Aktivenkonventen und darf das Burschenband tragen. Er wohnt allerdings nicht auf dem Haus der Rheinfranken sondern im Raum Bad Berleburg.

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 (links beim Grillen bei den Rheinfranken)    (zweiter von links mit Nazifreunden)

Bastian Löhr

Wie bei Weckmüller und Roth handelt es sich bei Bastian Löhr, geboren am 5.3.92 in Unna, um einen Nazikader, der auf dem Rheinfrankenhaus Gesinnungsgenossen und ein Sammelbecken für seine neonazistischen Aktivitäten vorfand. Schon 2014 wurde Bastian Löhr der Öffentlichkeit vorgestellt: “Ein weiteres Rheinfranken Mitglied ist der Jurastudent Bastian Löhr, zur Zeit wohnhaft in der Lutherstraße 5. Er war bis zu seinem Umzug nach Marburg ein Kader der gewalttätigen Kameradschaft „Nationaler Widerstand Unna“ in Nordrhein Westfalen – mittlerweile ist er Schriftführer der Burschenschaft Rheinfranken. Neben der Teilnahme an zahlreichen Neonaziaufmärschen wurde er wegen Hakenkreuzschmierereien in Unna festgenommen und zu Sozialstunden verurteilt. Doch damit nicht genug, Löhrs Aktivitäten beschränkten sich nicht nur auf Sachbeschädigungen. Beteiligt war er auch an Übergriffen auf die DGB-Demonstration am 01.05.2009 in Dortmund. Damals wurde Bastian Löhr nach dem Angriff mit einer Gruppe anderer Neonazis beim Fluchtversuch von der Polizei festgesetzt.

Zu erreichen ist er unter b.loehr92@web.de

Bastian Löhr Unna

Philipp Schmuck

Philipp Schmuck ist Protagonist der Lumdataler Neonaziszene (https://wwnn.noblogs.org/nazistrukturen-im-lumdatal-ein-abriss/), die für zahlreiche Naziaktivitäten im Gießener Umland verantwortlich war. Unter anderem wurden dort Familien eingeschüchtert, die sich klar gegen rechtes Gedankengut positionierten, die Projektwerkstatt Saasen mehrmals angegriffen sowie Propagandaktionen durchgeführt. Die Lumdataler Szene gilt als äußerst gewaltbereit.

Zudem war er beim Pfingstlager der hessischen JN organisatorisch eingebunden. Dort regelte er zusammen mit seinem Bundesbruder Axel Ziemann die Anreise von weiteren TeilnehmerInnen.

psSchmuck JN-Lager 2014

Lukas Reuter

Lukas Reuter fiel antifaschistischen Strukturen zunächst dadurch auf, dass er in einer Marburger Oi-Clique extrem rechtes Gedankengut verbreitete. Er nahm unter anderem an Naziaufschmärschen in Dortmund 2013 und in Grünberg 2013 teil. In Dortmund war er mit Lars Roth und Jonas Schnick (https://linksunten.indymedia.org/de/node/92329) (Lumdataler Neonaziszene) unterwegs.

Es wunderte daher nicht, das Reuter 2014 auf dem Marktfrühschoppen zum ersten mal mit geschnittenen Haaren und Band der Burschenschaft Rheinfranken gesichtet wurde. Zuletzt war er am 3.6.2016 einen Angriff auf die linke Kollektivkneipe Havanna Acht in Marburg.

(https://linksunten.indymedia.org/en/node/181477)

Lukas Reuter Dortmund 2013 AugustLukas Reuter MfS 2014 (2)

Nico Pellkofer

Pellkofer ist schon seit Jahren recht erfolgloser Neonazi in Marburg. Im Gegensatz zu Roth hat er es zum Konkneipanten offensichtlich aber nicht geschafft, man kann ihn wohl eher als „Hangaround“ bezeichnen. Pellkofer und Reuter sind alte Bekannte aus oben erwähnter rechtsoffener Oi-Clique deren politische Ausrichtung maßgeblich von beiden geprägt wurde. Außerdem ist er der Division Mittelhessen zuzuordnen, wo er Bekanntschaft mit mit Nils Rösser (https://wwnn.noblogs.org/nazitreff-in-der-lutherstrase/#more-451) und Lars Roth schließen konnte. Mit Rösser misslang 2013 der Versuch, die Vorführung des Filmes ‘Blut muss fließen’ im Marburger Hörsaalgebäude zu stören. Außerdem verteilte er mit Aktiven der Rheinfranken und Germania 2014 Propagandamaterial für den Naziaufmarsch in Dresden.

Lars Roth Nico Pellkofer im Holzwurm

(links, mit Lars Roth)

Axel Ziemann

Auch bei Axel Ziemann handelt es sich um einen langjährigen Naziaktivisten aus Hessen. Bevor er zum Jurastudium nach Marburg kam, und sich den Rheinfranken anschloss, war er im Bereich Anti-Antifa bei Wiesbadener JN und NPD tätig. In JN Strukturen ist er bis heute präsent. So war auch er an der Anreiseorganisation des JN-Pfingstlagers beteiligt.

(https://outingarchiv.noblogs.org/post/2013/03/11/axel-ziemann-wiesbaden-neonazi/)

(http://recherche-nord.com/gallery/2015.05.23.html)

Axel Ziemann

Benjamin Haasis

Benjamin Dominik Haasis wurde am 10.09.1991 in Albstadt geboren. Im Anschluss an seine Schullaufbahn, im Sommer 2011, absolvierte Haasis seinen Wehrdienst. Anschließend zog er nach Marburg. Anlaufstelle waren hier direkt die Rheinfranken und so zog er am 18.11.2011 in die Lutherstraße 5. Zuerst studierte er Informatik, brach dieses Studium allerdings ab und ist seither Student der Politikwissenschaft.

Bis vor Kurzem wohnte Haasis, nach Jahren auf dem Haus der Rheinfranken, in einer gemeinsamen Wohnung im Wehrdaer Weg 18, zusammen mit seinem Bundesbruder Sebastian Spahn.

Hassis wurde zusammen mit Sebastian Spahn und Adrien Volkmann im Wintersemster 2011/2012 als Fux bei den Rheinfranken aufgenommen. Dort ist er seither aktiv.

In seiner Freizeit geht Haasis verschiedenen Aktivitäten nach. Er ist Mitglied in der Schützengesellschaft Ebingen 1556 e.V. und ist dort aktiver Sportschütze. Darüber hinaus geht er nach eigenen Angaben zum Kraftsport. Neben sportlichen Aktivitäten ist Haasis jedoch auch bemüht sich intellektuell zu geben. Ausdruck dessen ist seine über Jahre bestehende Autorenschaft für die Blaue Narzisse. Neben einem inhaltlich mauem Beitrag zu der Transaktionssteuer von Tobin versuchte er sich an einem Autorenportrait über Werner Bergenbruen. Hier zeigt sich Haasis’ Hang zur Romantisierung des deutschen Kaiserreiches. Gegenstand ist seine Ablehnung des Modernen als Bedrohung für ”das Deutsche”.

Doch nicht nur das Kaiserreich hat es Haasis angetan. Auch die NS-Zeit begeistert ihn nachhaltig. So nannte er eine beeindruckende Sammlung von NS-Propagandamaterial aus ganz Europa sein eigen. Von Nazimusik über Klassiker der „Rassentheorie“ bis hin zu Nazivideospielen fehlte nichts.

Besonders der Rechtsrock scheint seine langjährige Leidenschaft zu sein. Schon auf Schulausflügen hat er sich mit einschlägigen Shirts fotografieren lassen.

Finanziell ist Haasis’ Studium dem Anschein nach eine Berg- und Talfahrt. Ständig auf der Suche nach Möglichkeiten Geld zu verdienen, war er dazu gezwungen, innerhalb des Rheinfrankenhauses das Zimmer zu wechseln. Außerdem musste er mit weinendem Auge sein Abonnement der Jungen Freiheit kündigen. Mittlerweile arbeitet Haasis bei dem Marburger Unternehmen 123Logistik, wo er gelegentlich bei verschiedensten Events aushilft, sowie bei der Essotankstelle bei St. Jost in Marburg.

Zu unterschiedlichen Anlässen verwendet Haasis variierende Mailadressen. Für eine Bewerbung bei dem bayrischen SPD Landtagsabgeordneten Andreas Lotte im Wintersemester 2015/2016, verwendete Haasis seine eher seriös anmutende Mailadresse benjamin.haasis@gmx.de. Bei weniger offiziellen Anliegen nutzt er bendomhaa@aol.com. Telefonisch ist Haasis seit Jahren über die mobile Rufnummer 01748812788 zu erreichen.

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Sebastian Spahn

Sebastian Spahn wurde am 31.01.1989 in Thüringen geboren. Spahn ist öffentlich seit dem 10. August 2013 als Rheinfranke wahrnehmbar. Hier war er zusammen mit seinen Bundesbrüdern im Teutoburger Wald unterwegs.

Seinem Band nach zu urteilen ist Spahn mindestens seit dem Wintersemester 2012/2013 Bursche bei den Rheinfranken. Ab diesem Zeitpunkt trägt er das Band eines vollwertigen Burschen.

Spahn stellt sein Gesicht aber nicht nur der Facebook-Präsent der Rheinfranken zur Verfügung, sondern ist auch privat äußerst fotogen. Mit seinem BFF Benjamin Hassis posiert er freudestrahlend vor einer im Museum ausgestellten Hakenkreuzfahne.

Dass die beiden mehr als nur Bundesbrüder sind, lässt sich unschwer erkennen. Zum 01.09.2014 zogen sie gemeinsam in eine Wohnung im Wehrdaer Weg 18 in 35037 Marburg. Auch der vor kurzem offensichtlich gewordene Umzug geschah gemeinsam.

Wer Lust hat, Spahn nach weiteren Details seiner Vita zu befragen, kann sich gerne unter den von ihm seit Jahren benutzten Kontaktmöglichkeiten melden.

E-Mail: bastian3101@web.de

Handy: 016095483615

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Armin Allmendinger

Armin Allmendinger ist ein sehr umtriebiges Mitglied der Rheinfranken und seit geraumer Zeit in antifaschistischen Kreisen bekannt.

Bevor er im Wintersemester 2010/2011 nach Marburg kam, war er bereits Bursche bei der Verbindung Ceres Nürtingen.

Allmendinger betätigt sich als Autor bei verschiedenen rechten Medien. Hierbei sind seine Interessen sehr vielfältig: SS-Veteranentreffen und rechte Erinnerungspolitik, Pamphlete gegen Gender Mainstreaming oder die bedeutung neuer Medien für die extrem rechte Bewegung, Ammlendinger ist für vieles zu begeistern.

Nach seinem Studien kehrte Almmendinger in seine Heimatstadt Ellwangenzurück. Hier fungiert er als Schnittstelle zur Identitären Bewegung (IB) bzw. zur Identitären Aktion Ellwangen (IAE), welche er mitgegründet hat (https://linksunten.indymedia.org/en/node/123429).

So ergibt sich von Allmendinger, welcher antifaschistischen Recherchen nach in der Dalkingerstraße 76 in Ellwangen wohnt, das Bild eines Neonazis mit reger Teilnahme

an Veranstaltungen von Alt-Nazis sowie der Bestrebung, sein extrem rechtes Weltbild innerhalb verschiedener rechter Kontexte zu platzieren und aktiv zu bewerben.

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Adrien Volkmann

Ist seit geraumer Zeit der Sprecher der Rheinfranken und hat somit das höchste Amt dieser Naziverbindung inne.

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Björn Clemens

Ein oft gesehener Gast auf dem Rheinfrankenhaus ist der Alte Herr Björn Clemens. Der Naziszeneanwalt aus Düsseldorf verteidigte sowohl hessische Neonazis als auch Angeklagte im Verbotsprozess des „Aktionsbüros Mittelrhein“ in Koblenz. Der Draht zu seiner alten Verbindung ist sehr eng, bei Prozessen von ihm in der Region statten ihm die Aktiven der Rheinfranken gerne mal einen Besuch ab, außerdem war er regelmäßig beim Marburger Marktfrühschoppen anzutreffen. Außerdem stellt er den Rechtsbeistand für einen Teil der Aktivitas.

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Heinrich Theodor Zerries

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Titus Teichmann

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Jens-Erik Möhle

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Bilder und Co.

Unter dem sonstigen Bildern und Daten sind die schon zitierte Fuxxenkladde, eine Kassenliste der Rheinfranken, wo Ein- und Ausgaben verzeichnet wurden und allerlei Verschiedenes aus dem Leben des Rheinfranken und passionierten Rechtsrockfans Benjamin Haasis. Irgendjemanden trifft es immer am härtesten.

Die Bilder unter freiem Himmel sind die Bestimmungsmensur (also die erste Mensur) von Benjamin Haasis der Burschenschaft Rheinfranken und dem ‘neurechten’ Aktivisten Philip Stein von der Burschenschaft Germania.

Die anderen Bilder zeigen eine sogenannte Pro-Patria Suite. Ein besonderes Event der Verbindungsszene. Bei schwerer Beleidigung oder aus Spaß an der Freude können Burschenschaften eine Pro-Patria Suite einfordern. In dieser fechten in der Regel die drei Höchstchargierten der jeweiligen Burschenschaften unter verschärften Bedingungen gegeneinander. Pro-Patria Partien sind, wie im folgenden offensichtlich wird, sehr blutig, und wie es sich für so ein Event gehört, sehr gut besucht. Die hier dokumentierte Veranstaltung fand übrigens am 20.4.2013 statt. Dem Geburtstag Adolf Hitlers.

Achtung, teilweise sehr blutig!

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Benjamin Haasis

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Benjamin Haasis

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Benjamin Haasis war als Kind schon scheisse

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Sebastian Spahn bereitet sich auf die Pro Patria Mensur vor

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Der Germane Marcel Grauff (blutig) nach der Mensur gegen Adrien Volkmann (mit Maske) von den Rheinfranken. Ganz rechts Christian Balzer

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Markus Schreiber von der Germania (links), Reste von Benjamin Haasis (rechts)

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Benjamin Haasis (im Hintergrund Mettbroetchen fuer 1,50)

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Philip Stein (links) mit Sebastian Spahn

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Sebastian Spahn. Im Hintergrund mit Schreibblock – Bastian Loehr vom Nationalen Widerstand Unna und Rheinfranke

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Vor der Mensur

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Die Pro-Patria Mensur ist ein gutbesuchtes Event

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Christian Balzer, Adrien Volkmann, Benjamin Haasis und Philip Stein nach der Bestimmungsmensur von Haasis und Stein

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Stein und ein Sekundant waehrend der Mensur. Im Hintergrund schmachtend Volker Hein

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Team Rheinfranken anno 2012

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Bjoern Clemens auf dem Marburger Marktfruehschoppen

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Best Friends Forever – Benjamin Haasis, Sebastian Spahn und der NS

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Erste Seite des Mietvertrages von Till Weckmueller

Link zur Kassenliste der Rheinfranken

Link zur Namensliste aller in der Kassenliste vorkommenden Personen